
Der Einstieg in's Berufsleben
...eigentlich war's ja ein Abstieg, denn angefangen hat alles in der Abteilung Bergbau der Preußen-Elektra in Borken.
Eine Bürotätigkeit und dazu noch im öffentlichen Dienst hätte ich mir zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn ganz sicher nicht träumen lassen. Eigentlich bin ich nur auf Umwegen in der öffentlichen Verwaltung gelandet. Von 1982 bis 1985 absolvierte ich bei der Preußischen-Elektrizitäts-Aktiengesellschaft (Preag) in Borken/Hessen die Ausbildung in meinem damaligen Traumberuf: Ich wurde Energieanlagenelektroniker... Das Glück zu haben, bei "Preags" eine Lehrstelle zu bekommen, war fast wie'n 6er im Lotto. Noch heute erinnere ich mich gern an diese Zeit zurück. Zu einer besonderen Erfahrung wurde meine Zeit während und nach meiner Ausbildung im Tiefbau in Stolzenbach, in dem es am 1. Juni 1988 zu dem tragischen Grubenunglück kam, bei dem 51 Bergleute ums Leben kamen, von denen ich viele persönlich kannte und mit denen ich nach dem "Ausfahren" auch schon mal ein Bierchen gepichelt habe. Die Gefahr, die eine Tätigkeit unter Tage mit sich bringt, hat man selbst gar nicht gesehen, ja vielleicht sogar verdrängt. Auf jeden Fall war so etwas wie Mobbing im Tiefbau ein Fremdwort. Man half sich gegenseitig und bekam auch geholfen: Ohne wenn und aber! (Mehr zum Grubenunglück siehe Navigationsleiste links)
Das ca. 100 Meter lange "Streb": Hier wurde mit einem Bruchteil des sonst notwendigen Personals ein Vielfaches der sonst üblichen Fördermenge erreicht. Wenn hier allerdings Umbau war (Umzug von einer ausgekohlten in eine abzubauende Strecke), dann war fast alles und jeder aus dem Tiefbau Stolzenbach mit im Nordfeld. Es ging dann richtig rund, denn alles musste mit wenigen Hilfsmitteln - mehr oder weniger von Hand und mit Muskelkraft aus- und wieder eingebaut werden...
 |
 |
| Ein Schaltkasten des "Energiezuges" für das Streb. Dafür, dass die Betriebselektriker (zu denen ich selbst noch nicht zählte - ich war ja "Stift") damals hier durchgeblickt und z. B. das defekte Schütz, die lose Klemme oder die abgebrochene Ader gefunden haben, hätte man bei der Betriebsleitung eigentlich öfter den Hut (bzw. den Geldbeutel) ziehen müssen. Es gab selbst den "Kumpel" mit jahrelanger Berufserfahrung oft immer wieder selbst zu denken, dass sie den Fehler doch gefunden haben, wobei der Stromlaufplan im Vordergrund nur 'ne mäßige Hilfe war... |
|
|
 |
| Obwohl mir selbst immer wieder spontan "der Tiefbau" durch den Kopf geistert, wenn ich mich an meine erste Ausbildung erinnere, so ist mir trotzdem bewusst, dass der Tiefbau nur ein Teil meiner Lehre bei Preußens war. Damit das Braunkohlekraftwerk Borken die Strommenge liefern konnte, für die es gebaut wurde (zum Schluss blieben noch rd. 100 Megawatt übrig), existierten natürlich weitere Bereiche, die während der Ausbildung zu besuchen waren (z. B. Leitungsnetz, Großgeräte, und, und, und...). |
|